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Wie sich die Modebranche für die Flüchtingshilfe engagiert

Die Bilder der Menschen, die aus Syrien und anderen Krisenherden mit so viel Hoffnung nach Europa kommen, gehen vielen nahe. In Deutschland hat sich neben den (teilweise hoffnungslos überforderten) bürokratischen Strukturen ein ehrenamtliches Engagement etabliert, das beispiellos ist. Auch viele Unternehmen aus der Modebranche unterstützen im Kleinen oder Großen diverse Hilfsaktionen.

Zalando etwa räumte nicht nur den Flughafen Tempelhof, wo im Januar eigentlich die erste hauseigene Bread & Butter stattfinden hätte sollen, sondern unterstützte mit Schuhen und Textilien aus dem Sample Sale spontan die Notunterkunft in Berlin-Karlshorst. Gleichzeitig animiert der Onlinehändler seine Mitarbeiter sich durch Sach-, Kleider- oder Zeitspenden zu engagieren. Gründer David Schneider erklärte: „Die aktuelle Situation stellt Berlin und ganz Deutschland vor große Herausforderungen – und auch uns. Diese Herausforderungen werden wir nur meistern, wenn alle ihren Beitrag dazu leisten.“

Hands-on! Die Esprit Marketingabteilung baute in der Ratinger Flüchtingsunterkunft Schränke auf

Modeunternehmen helfen mit Kleider- und Sachspenden und kreativen Ideen

Auch für Esprit ist soziales Engagement selbstverständlich. Die eigene Initiative „Esprit cares“ widmet sich dieses Jahr primär dem Thema Flüchtlingshilfe. In Abstimmung mit den verantwortlichen lieferte Organisationen das Unternehmen bspw. Kleiderbügel und Kartons an die Düsseldorfer Flüchtlingseinrichtungen und gab gezielte Sachspenden an Einrichtungen in Düsseldorf und Ratingen. Das Marketing-Team baute Möbel in einen Heim auf und Esprit-Mitarbeiter werden ermuntert, sich ehrenamtlich zu betätigen und zu spenden. Weiter plant das Unternehmen etwa ein Willkommensdinner für Flüchtlinge sowie weitere Sachspenden.

In Hamburg gehen OTTO und Tom Tailor mit gutem Beispiel voran. Tom Tailor unterstützt die Erstunterkunft in Hamburg-Niendorf mit Kleidung und Schuhen. Im Rahmen der Aktion „Platz schaffen mit Herz“ wurden Kleiderspenden der OTTO-Mitarbeiter gesammelt, sortiert und an Flüchtlingsheime übergeben. Das Schwesterunternehmen Bonprix unterstützt ebenfalls verschiedene Einrichtung mit Sachspenden wie bspw. dringend benötigter Unterwäsche. Der zur Gruppe gehörende Logistiker Hermes stellt dringend benötigte Lager- und Logistikkapazitäten zur Verfügung. „Die Not der Flüchtlinge treibt auch die Mitarbeiter der Unternehmen der Otto Group um und wir planen mehrere Aktionen, um den Menschen zu helfen“, erklärte Pressesprecher Robert Hägelen auf Anfrage.

s.Oliver spendet neben Sachspenden an verschiedene Einrichtungen aus gegebenen Anlass und im Rahmen der aktuellen Aktion „Good to buy today“ 20% des gesamten Umsatzes, welcher vom 18. bis 19. September im Würzburger Store generiert wird, als Soforthilfe an vier Flüchtlingsnotunterkünfte in Würzburg. Weitere Aktionen sind in Planung. Der Düsseldorfer Modehändler Peek & Cloppenburg nutzte den gestrigen Charity-Unternehmenslauf ebenfalls für die Flüchtlingshilfe: Für jeden von den über 130 Mitarbeitern erlaufenen Kilometer auf der 4,5 km langen Strecke spendet das Unternehmen 10 Euro. Die Erlöse gehen zu gleichen Teilen an das Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland und an den Sozialdienst katholischer Frauen und Männer Düsseldorf e.V. (SKFM), der kurzfristig eine Anlaufstelle für Flüchtlinge und Helfer im Linksrheinischen mit angeschlossener Kleiderkammer plant. Die mittelständische Clinton Group (Camp David, Soccx) spendete Geld an ein lokales Flüchtlingshilfswerk. Olymp unterstützt Flüchtlingskinder mit einem Sprachförderungskurs, der die weitere Integration erleichtern soll.

Adidas und H&M helfen in Krisengebieten

Neben der lokalen Hilfe vor Ort in Deutschland, wollen viele Unternehmen aber auch in den Krisengebieten selbst helfen. Der Sportartikelkonzern adidas engagiert sich schon seit mehreren Jahren für die Belange der Flüchtlinge. Die Herzogenauracher arbeiten seit Jahren mit der Organisation Luftfahrt ohne Grenzen zusammen und unterstützen so seit 2012 die Camps an der türkisch-syrischen Grenze mit Produktspenden. Allein in 2014 wurden über eine halbe Million Produkte an Menschen in Not gespendet. adidas stellt zudem eine komplette Fußball-Ausrüstung für ein Fußball-Trainingscamp, das der FC Bayern für Flüchtlinge veranstaltet, zur Verfügung. Der schwedische Modekonzern H&M hat jüngst mitgeteilt, dass die H&M Conscious Foundation eine halbe Million US-Dollar an das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR gespendet hat. Mit dem Geld wird u.a. die Verteilung von Essen, die medizinische Versorgung und die Stellung von Notunterkünfte an verschiedenen Brennpunkten an Europas Küsten (bspw. den griechischen Inseln Lesbos, Kos und Rhodos) und der weiteren Transitroute nach West- und Nordeuropa über den Westbalkan finanziert. Zusätzlich spendete H&M Deutschland bereits über 100.000 Kleidungsstücke an verschieden lokale Einrichtungen wie den Arbeiter Samariter Bund oder die Diakonie.

Wirklich fabeaulous – und gar nicht oberflächlich!

Am Ende helfen noch sehr viel mehr Unternehmen bereits mit konkreten Leistungen oder befinden sich in Gesprächen mit verantwortlichen Vereinen und Institutionen, um ihre Aktionen abzustimmen. Selbst ganz kleine lokale Händler machen sich Gedanken, was sie zusätzlich tun können, um zu helfen. Das Engagement der vielen Modeunternehmen zeigt, dass viele viel erreichen können. Bei so viel Engagement kann man den Worten Angela Merkels wohl trauen: „Wir schaffen das!“

Source: Fabeau.de

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