Breuninger, Galeries Lafayette und der Trend zum Premium-Outlet

Hersteller nehmen nicht jede Ware wieder zurück. Auch nicht immer die besonders hochwertige. Was bei den Händlern saisonal bedingt liegen bleibt, wandert die Preisspirale hinunter – Nachlass, Sale oder eben im Outlet. Gleich ein eigenes zu betreiben, scheint auch für die Premium-Händler unter den Multibrand-Filialisten mittlerweile zum guten Ton zu gehören. Solange die Flächen deutlich voneinander getrennt bleiben, schadet das auch keinesfalls dem Geschäft.

Blick auf das Stuttgarter Stammhaus in der Marktstraße. (Foto: Breuninger)

Galeries Lafayette hat sich dafür in der französischen Hauptstadt das größte Outlet-Center der Grande Nation, das One Nation Paris, ausgesucht und betreibt dort bereit seit Mitte September einen eigenen Outlet-Store mit 50 Brands im Sortiment.

Der Eröffnung könnten auch noch weitere Ableger folgen – in Frankreich und darüber hinaus, heißt es von Unternehmensseite. Auf 800 m² bietet Galeries Lafayette in Paris ein breites Sortiment aus Eigenmarken und Top-Labels wie Chloé, Balenciaga, Kenzo, Christian Lacroix, Ralph Lauren, Iro, Paul&Joe, Guess, Fred Perry and Superdry. Ein Burberry-Sakko liegt etwa bei 290 Euro, eine Tasche von Yves Saint Laurent bei rund 500 Euro.

Ein eigenes Premium-Outlet ist auch beim Stuttgarter Traditionskaufhaus Breuninger geplant. Noch vor Beginn der Adventszeit soll am Rotebühlplatz das „Breuninger Outlet“ als dauerhafter Anbieter für Premium-Mode und andere Waren eröffnen. Der schwäbische Multilabel-Filialist hat dafür 1000 m² in zentraler Lage, in der City Plaza, angemietet, heißt es von Unternehmensseite.

Zwar hatte Breuninger bislang ein Outlet-Angebot für liegengebliebene Luxus-Kollektionen in der obersten Etage des Stammhauses untergebracht, der Standalone-Charakter am Rotebühlplatz markiert jedoch deutlicher das Outlet-Konzept und dürfte auch neue Käuferschichten erschließen. Zum Markenportfolio gehören namhafte Designer-Labels wie Dorothee Schumacher, Riani, Gucci und Burberry.

Ein Outlet im mittleren Preissegment führt Breuninger schon etwas länger. In der Sporerstraße betreibt das Haus eine 300m² große Fläche mit Altware aus den eigenen den Bestseller-Konzepten sowie Styles von Gerry Weber, Esprit, S. Oliver und weiteren Marken.

Was die eigene Marke betrifft, so dürften Galeries Lafayette wie Breuninger sich aufgrund rapider Preisnachlässe keine Sorgen um einen Imageverlust machen. Gerade das Outlet deutlich vom Stammhaus zu trennen, ist ein guter Schritt um neue Käuferschichten zu erschließen, aber auch um die vielzahlende Stammkundschaft des Hauses durch offensichtliche Preisdifferenzen nicht zu verprellen.

 

Source: fashionmag.com

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